Wenn man den Titel liest, ist verständlicherweise die erste Frage, was denn überhaupt ein 4.0er ist. Das 4.0 bezieht sich auf die vierte Revolution des öffentlichen Lebens und des Arbeitssektors. Die Revolution 1.0 war die Erfindung des dampfbetriebenen Motors. Daraufhin folgte durch Henry Ford in den 20er Jahren die Revolution 2.0 durch die Laufbandarbeit, die die gesamte industrielle Produktion auf den Kopf stellte.
Erst vor relativ kurzer Zeit geschah die Revolution 3.0, oder auch die digitale Revolution durch das Internet, die heute immer noch präsent ist. Das Internet in seiner heutigen Form ist natürlich noch um einiges allumfassender als noch in den 90er Jahren und tangiert weit mehr Lebensaspekte, als die Menschen damals auch nur ahnen konnten.
Hieraus ergibt sich nun die Revolution 4.0
Die Vermutung ist, dass die digitale Welt sehr viel enger mit der herkömmlichen industriellen Produktion verzahnt sein wird und sich damit komplett neue und eigenständige Produktionsketten ergeben werden.
Also was ist jetzt ein 4.0er? Wir sehen uns selbst als 4.0er obwohl wir noch die letzte Generation sind, die wirklich ohne das Internet aufgewachsen sind. Wir kennen noch die Grenze zwischen der digitalen und der analogen Welt und deshalb sind wir genau das erforderliche Bindeglied. Bei den nach 2000 geborenen Generationen verschwimmen die Grenzen der digitalen Welt nicht nur; sie sind schon gar nicht mehr existent. Man muss heutzutage so viel es geht öffentlich und mit einer perfekten Fassade darstellen, alles nur mit dem Ziel berühmter zu werden. Die Frage die wir uns stellen und die letztendlich vielleicht entscheidend ist: Wozu das alles?
Der Sinn besteht in einer der grundlegendsten Eigenschaften des Menschen, der Selbstbestätigung. Das konstante Posten einer alternativen Realität dient letztendlich nur dazu den Neid in anderen Individuen heraufzubeschwören.
Als 4.0er ist einem das von vornherein klar und trotzdem lässt man sich auf das Spiel ein, denn inzwischen leben wir in genau einer solchen Welt, die dominiert wird von Illusionen und Instagram-Filtern. Obwohl wir auch auf allen gängigen sozialen Plattformen vertreten sind, nutzen wir diese nicht annähernd in dem Umfang, wie die neuen Generationen. Wir können auch stundenlang unsere Zeit bei YouTube verbringen mit dem Schauen sinnloser Videos, aber das ist nicht mit dem obsessiven Verfolgen gestörter Fake-YouTuber Streitereien zu vergleichen. Da liegt für uns die Grenze, die unsere Eltern wahrscheinlich schon viel früher ziehen würden und uns schon als krankhafte Internetnutzer bezeichnen würden. Aber wir sind 4.0er. Wir kennen uns mit den Weiten des Internets aus aber kennen noch die Grenzen, die im Bereich des Vertretbaren sind. Und trotz alledem sind wir damit doch auch nur ein Teil der fiktiven Realität, genauso wie jeder der diese Zeilen liest. Und damit ergibt als Schlussfrage nur eine logische Konsequenz: Was ist denn mit der Realness?
Bärtig
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