Ich dachte mir nichts Böses – bis ich aufgefordert wurde meine Hose herunterzuziehen und die ältere Schwester begann einen Schlauch auszupacken. Während meine Freundin auf einem freien Krankenbett schlief, packte eine Schwester unliebsam meinen Penis und rieb ihn mit einem grünen Gel ein. Als ich versuchte das Schlimmste zu vermeiden in dem ich mit Verzweiflung in der Stimme „No bien!“ mehrmals wiederholte, wurde mir ein vierzig Zentimeter langer Schlauch mit der Dicke einer herkömmlichen Makkaroni eingeführt. Eine halbe Stunde starrte ich verstört die Decke an. Nachdem Valerie wach wurde und ich Ihr das Beschriebene zeigte, musste sie sich übergeben. Die älteren Männer verspotteten mich liebevoll, da ich während der Tortur wild herumzappelte. Einige Stunden später beschloss der Arzt, dass ich den Katheter nicht mehr bräuchte, worauf eine gelangweilte Schwester grob das Werk verrichtete. Zwei Tränen schossen mir in die Augen.
Als das Krankenhaus bemerkte, dass ich gut versichert bin, wurde ich in den VIP-Bereich vergelegt. Dort wurde uns das Wasser sogar aufs Zimmer gebracht und wir mussten uns keines am Automaten holen. Mein Zimmernachbar Henry, ein einheimischer Taxifahrer, und seine Familie wuchsen mir schnell ans Herz. Die Sprachbarriere stellte ein geringeres Problem dar, als ich vorher vermutet hätte. Henry und seine Frau halfen mir oft bei der Verständigung mit den Ärzten und Schwestern.
Das Ende der Reise rückte näher und meine Telefonrechnung wuchs, da ich zu Hause oft Bescheid gab und mit der 24-Stunden-Notfall-Nummer meiner Versicherung sprach. Als ich Donnerstag fragte, ob ich den Tag darauf gehen könne, fingen die Schwester unmissverständlich an zu Lachen. Nach der Visite am Freitag stand fest, dass Valerie den vorab gebuchten Flug ohne mich nehmen musste. Wir teilten das letzte Geld auf und hofften, dass ich es bis Sonntag mittag nach Bogota schaffen würde, weil dort unser Flug nach Europa datiert war. Die Verabschiedung verlief emotional, aber optimistisch. Den Tag verbrachte ich mit Lesen und kolumbianischem Fernsehen. Zusammen mit meinen Zimmergenossen verfolgte ich diverse Shows, die aus der Kreativabteilung von RTL & Co. stammen könnten. Die Gastfreundschaft überwältigte mich erneut, als Henry’s Frau mir Abendessen mitbrachte – Reis mit Gemüse und Hackfleisch.
Um die Nacht ohne größere Manöver zu überstehen, platzierte ich eine Ente in meinem Bett. Ich stand verhältnismäßig früh auf und fragte stetig nach einem Arzt, welcher mich endlich entlassen sollte. Gegen 9 Uhr kam Dr. Jimenez in unser Zimmer und bestätigte meine Frage „Salida?“ mit einem freundlichen „Si, chico!“. Nun musste ich lediglich meinen Arztbrief erhalten um mich auf den Weg zum Flughafen machen zu können. Das Phänomen, stundenlang auf den Arztbrief warten zu müssen, kannte ich bereits aus Deutschland zu genüge. Um die Wartezeit zu verkürzen, behauptete ich, dass mein Flug bereits um 14 Uhr abgehen würde. Die Schwester zeigte Verständnis und rief sofort die Ärztin an, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt weder einen Flug gebucht hatte, noch einen einzigen Peso besaß.
Breit
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