Am Montag den 19. September verließen meine Freundin Valerie und ich unsere AirBnB-Wohnung in Santa Marta im Norden Kolumbiens. Gestärkt mit einem französischen Frühstück von unserer Gastgeberin machten wir uns auf den Weg zum Büro von MagicTours, welches sich direkt neben der örtlichen Kathedrale befindet. Unser Ziel war eine geführte Tour zur verlorenen Stadt („ciudad perdida“) in der Sierra Nevada.
Nach einem seriösen Empfang und einer zweistündigen Fahrt nach Machete, wo wir Mittag aßen, begann unsere Tour. Vier Stunden schleppten wir uns durch die hügelige Landschaft. Trotz mäßiger Sonneneinstrahlung machte uns vor allem das feuchtwarme Klima zu schaffen. Die Schönheit dieser Landschaft ließ uns oft innehalten und wurde nur durch spärlich verteilte Bauernhäuser gestört. In unserem ersten Camp erwarteten uns interessante Geschichten über die Region, gebratener Fisch mit frisch gepresstem Saft und ein herrliches, aber eiskaltes natürliches Schwimmbad.
Nach einer kurzen Nacht in einem überraschend komfortablen Bett, ging es nach dem Frühstück um 7 Uhr auf zur Wanderung. Während unsere hauptsächlich europäische Reisegruppe sichtlich zu kämpfen hatte, kamen uns verteilt Kinder entgegen, für die diese Strecke den Schulweg darstellt. Nach einer leckeren Obstpause mit grundlegender Einführung über die Historie dieses Gebiets führte uns die Strecke durch Flüsse und an Dörfern der indigenen Bevölkerung vorbei. Mich begeisterte vor allem die Baum- und Pflanzenvielfalt, Valerie eher die wunderschönen Schmetterlinge.
Gegen 11:30 Uhr erreichten wir das Camp, wo wir zu Mittag essen sollten. Als die gleichaltrige Küchencrew fleißig am Kochen war, machte der Großteil unserer Gruppe sich auf zum fünfzig Meter entfernten Flussufer des Rio Buritaca. Das eiskalte Wasser hielt keinen vor der Erfrischung ab. Geführt von unserem englischsprachigen Reiseführer Piedro schwammen wir zum gegenüberliegenden Ufer, wobei die reißende Strömung eine echte Herausforderung darstellte. Piedro teilte uns mit, dass hinter dem dort fließenden, kleinen Wasserfall eine Höhle sei. Getrieben von Abenteuerlust ging ich als erster hinein. Auch wenn die Höhle eher einer engen dunklen Felsspalte glich, fand ich es interessant sie zu erkunden. Beim zweiten Schritt spürte ich dann ein Zwicken in meinem großen Zeh und schlug instinktiv nach dem vermuteten Insekt. Einen Augenblick später sah ich jedoch eine kleine, maximal 40 cm lange Schlange sich davon schlängeln. Nach einem Augenblick realisierte ich, was passiert war und warnte die mir folgenden Personen. Vorsichtig kletterte ich aus dem hinteren Ausgang und rief etwas irritiert „I just got bitten by a snake!“.
Breit
Hinterlasse einen Kommentar