Man unterscheidet zwei Arten von Todeszeichen: die sicheren und die unsicheren Zeichen. Der Unterschied ist, wie man sich schon denken kann, dass die unsicheren Zeichen auch bei Lebenden in Erscheinung treten können und somit das Ableben nur vortäuschen können. Sichere Todeszeichen sind Totenflecke (Livores), Totenstarre (Rigor mortis), nicht mit dem Leben zu vereinbarende Verletzungen und jegliche Art von Zersetzung, wie Fäulnis und Verwesung.
Totenflecke sind violette bis graue Flecken, die in etwa 20 bis 30 Minuten nach dem Kreislaufstillstand auftreten und damit die ersten sicheren Todeszeichen sind. Sie entstehen durch das schwerkraftbedingte Absinken von Körperflüssigkeiten, dabei werden jedoch die direkten Auflageflächen ausgespart. Ergo erscheinen sie bei einem Menschen, der im Stehen stirbt, besonders an den Händen und Füßen. Anhand der Todesflecken kann sogar die Todesursache feststellen, zum Beispiel nehmen sie bei einer Kohlenstoffmonoxidvergiftung eher eine hellrote Farbe an.
Die Totenstarre resultiert aus einer Versteifung der Muskulatur. Ursächlich ist ein Mangel an ATP -„der Energiewährung der menschlichen Zellen“- wodurch die Muskelfasern nicht mehr entspannen können. Zuerst erstarren die Augenlider nach ca. 2 Stunden. Die vollkommen ausgebildete Rigidität ist nach sechs bis zwölf Stunden erreicht, wobei das Lösen nach spätestens 48 Stunden durch die beginnende Zersetzung geschieht. In der Rechtsmedizin hat die Totenstarre bei der Eingrenzung des Todeszeitpunktes eine wichtige Rolle inne.
Nicht mit dem Leben zu vereinbarende Verletzungen sind ein selbsterklärendes Todeszeichen. Beispiele sind Durchtrennung des Rumpfes und Kopfes, sowie Verkohlung des Körpers. Hierzu zählen auch unmöglich zu überlebende Tathergänge, wie das Fallen aus sehr großen Höhen.
Bei der Zersetzung unterscheidet man vorrangig die Verwesung von der Fäulnis. Der Unterschied ist, dass für die Verwesung Sauerstoff erforderlich ist und hierbei keine giftigen Stoffwechselprodukte entstehen, wohingegen die Fäulnis unter anaeroben Bedingungen abläuft. In der Natur gehen beide Prozesse Hand in Hand und sind somit schwer zu trennen. Ausgelöst wird die Zersetzung sowohl durch körpereigene Enzyme („Autolyse“), als auch durch saprotrophe Mikroorganismen (vor allem Bakterien und Pilze). Zudem spielen auch höhere Lebewesen, wie Würmer, Insekten und Larven, eine große Rolle. Verschiedene Umweltfaktoren können die Zersetzungsgeschwindigkeit beeinflussen; so führen beispielsweise warme Temperaturen zu einer signifikanten Beschleunigung.
Zu den unsicheren Todeszeichen zählen unter anderem Bewusstlosigkeit, fehlende Pulse und Atmung und auch Unterkühlung. Gerade Letztes kann leicht ein Ableben vortäuschen, weswegen in der Notfallmedizin gilt: „Nobody is dead, until they are warm and dead.“
Bärtig
Hinterlasse einen Kommentar